2020/4: Mehr als die Summe seiner Teile

Unser Metanetweekly-Newsletter ist mehr als die Summe einiger Meldungen. Dasselbe trifft auf immer mehr Anwendungen von Bitcoin SV zu, die auf bereits entwickelten Technologien aufbauen, diese integrieren und erweitern. Beispielsweise Handcash, das mit Connect App-Entwicklern ganz neue Möglichkeiten gibt, oder 2paymail, das Paymail mit Social-Media-Accounts verbindet.

  1. Handcash Connect: Bessere BSV-Apps mit Handcash
  2. 2paymail: Zahlungen an Social Media Accounts
  3. TAAL führt Miner ID ein
  4. Koalament: Universelle Kommentare für alles
  5. BLARE: Eine Plattform für Musik und Videos
  6. NiceHash delisted Bitcoin SV

Handcash Connect: Bessere BSV-Apps mit Handcash

Handcash ist vermutlich die userfreundlichste und bequemste App – nicht nur im BSV-Universum sondern im gesamten Kryptoraum. All der Ballast, der die Usererfahrung gewöhnlich trübt – Adressen, seltsame Währungseinheiten und so weiter – wurde so weit wie möglich unter die Haube geschoben.

Allerdings ist Handcash derzeit noch ein wenig einseitig. Man kann bezahlen, ja, und das auch noch sehr viel komfortabler als mit so gut wie allen anderen Wallets. Das würde für viele Kryptowährungen mehr als ausreichen – aber nicht für Bitcoin SV. Hier ist es ein Standard, dass hochkomplexe Zahlungen mit mehreren Adressaten und Datenanhängen mit einfachen Klicks getriggert werden. Dies geschieht üblicherweise durch MoneyButton – der Standard, an dem sich alle Wallets messen müssen.

Mit Connect legt Handcash nun eine Alternative zu MoneyButton vor. Für das Team war es “offensichtlich, dass wir nicht einfach noch einen Button bauen oder eine komplexe low-level API zu unserer Infrastruktur anbieten wollen.” Das Ziel war es, “Entwicklern die maximale Zeitersparnis zu gewähren, ohne Kompromisse im User-Interface einzugehen.” Daher bietet Handcash mit Connect nun ein SDK (Software Development Kit) für App-Entwickler an.

Connect ist eine reine Backend-Lösung, anstatt, wie MoneyButton, im Vordergrund zu agieren. “Man kann Apps und Spiele auf jeder Plattform bilden, wie man will. Mobil, Tablets, Desktops, Web … sogar für einen intelligenten Kühlschrank.” Denkbar ist es, Zahlungsströme im Hintergrund zu haben, etwa für WLAN-Netzwerke, und so weiter.

Wir vermuten, dass der Handcash-User per Connect einen gewissen Betrag für Apps reservieren kann. Die Apps können dann durch die API von diesem Betrag nach einer entsprechenden User-Intraktion abbuchen. Dies würde Connect zu einem Upgrade der Cashport-SDK machen, die ebenfalls von Handcash entwickelt wurde, aber eher ein Experiment als eine reife Software war.

Auf Basis von Connect wird Handcash einen App Store aufbauen, durch die Handcash-User ihre Wallet mit einer App verbinden können. Davon wird es wohl rasch einige geben. Unter anderem Twetch, TonicPOW, Baemail und Ecat haben angekündigt, mit Connect zu arbeiten.

Sowohl für App-Entwickler als auch User könnte Handcash Connect eine neue Welt der Möglichkeiten eröffnen. Wir können gar nicht sagen, wie sehr wir uns darauf freuen.

 

2paymail: Zahlungen an Social Media Accounts

Eine der faszinierendsten Aspekte von Bitcoin SV ist, dass viele unabhängig voneinander entwickelte Bausteine auf eine erst überraschende, dann offensichtliche Weise zusammenkommen, dass das Ganze zu mehr wird als die Summe seiner Teile.

2paymail ist ein brillantes Beispiel dafür. Es verbindet PayMail, die Crypto Operations von MoneyButton und Planaria zu etwas Neuem, das nicht ohne diese beiden ausschließlich für Bitcoin SV verfügbaren Innovationen möglich gewesen wäre: Man kann es erlauben, dass man unabhängig von einem zentralen Service Zahlungen mit seinen Social-Media-Handles annimmt.


Gefällt euch der Newsletter? Mit einer kleinen Spende könnt ihr Danke sagen
No registration. No subscription. Just one swipe.

How much do you want to tip?
EUR       

Das Ganze läuft so ab: Man geht auf 2paymail.com und loggt sich dort mit einem MoneyButton ein. Dabei wird keine Zahlung ausgeführt, sondern lediglich eine “Krypto-Operation”, die eine Nachricht mit einem der Paymail-Adresse zugeordneten Schlüssel signiert. Die Webseite weiß nun, dass der User bewiesenermaßen der Besitzer einer bestimmten Paymail-Adresse ist.

Anschließend loggt sich der der User mit seinem Social Media Account – derzeit nur Twitter – ein und sendet anschließend einen Tweet, in dem die Paymail-Adresse steht. Sobald der Tweet gesendet ist, schreibt der User mittels MoneyButton eine Transaktion, die bestimmte Daten enthält, darunter die Paymail-Adresse, eine Signatur sowie den Link zum Tweet, der die Zugehörigkeit beweist.

Bisher ist es zwar extrem einfach, einen Account zu registrieren – das braucht nur ein paar Klicks – aber in der weiteren Benutzung extrem umständlich. Der Plan ist es, dadurch beispielsweise Geld an Twitter-Accounts zu überweisen, wenn man einen Tweet besonders mag. Aber um das zu tun, muss man das Userprofil auf der 2paymail-Seite aufrufen. Es wäre sehr viel weniger umständlich, einfach die Paymail-Adresse zu posten.

Wir wissen aber aus sicherer Quelle, dass es in Bälde ein Browser-Plugin geben wird, mit dem per Knopfdruck Tips an Twitter abgeben kann – bzw. durch einen MoneyButton, direkt auf dem Bildschirm. Um zu verstehen, wie groß das Potential von 2paymail ist, muss man die Phantasie ein wenig springen lassen. Stellt euch vor, man hat nicht nur Accounts auf twitter mit Paymail verbunden, sondern auch Facebook, LinkedIn, Amazon, Youtube, Github, Instagram und so weiter, vielleicht sogar seine eigene Webseite oder den Account in einem x-beliebigen Forum.

Macht euch dann bewusst, dass die Daten in der Blockchain stehen, und nicht bloß auf dem Server von 2paymail.com, und dass sie mehrfach verifiziert und validiert sind und diese Validierung auch jederzeit wiederholt werden kann. Jede Wallet und jede Webseite kann damit, ohne dass es einen zentralen Service gibt, BSV an jeden registrierten Social-Media-Account senden.

Kaum etwas verdeutlicht besser, wie viel Macht in der Idee liegt, Blockchain-Daten mit Blockchain-Zahlungen zu verbinden.

 

TAAL führt Miner ID ein

Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet, wurde aus dem Miner CoinGeek ganz oder größtenteils TAAL. Als solches ist der neue-alte Mining-Pool wie gewohnt mit jeder Hash Bitcoin SV verpflichtet.

Als erster Pool überhaupt hat TAAL nun die Miner ID eingeführt, um sich als Herausgeber eines Blocks zu identifizieren. Der erste Block, der die Miner ID enthält, hat die Höhe 614551. Die Coinbase-Transaktion – mit dieser zahlen sich Miner ihre Erträge aus – enthält mehrere kryptographische Daten, durch die sich TAAL identifiziert.

Der Pool benutzt Miner ID “als Teil der Bemühungen, Business-Innovationen anzuführen und die Bitcoin-Mining-Industrie zu professionalisieren.” Miner ID sei, so die Pressemitteilung, “ein optionales Protokoll, das es Usern erlaubt, Mining-Nodes zu identifizieren und sicher mit ihnen Transaktionen auszuführen.” Bereits jetzt identifiziert sich jeder Miner in der Coinbase-Transaktion auf seine eigene Weise. Der Unterschied ist, dass Miner ID dieses Verfahren standardisiert, sicherer macht und mit weiteren Informationen verbindet.

Mit der Miner ID können sich Miner eine Reputation erarbeiten. Auch wenn das Programm nicht verpflichtend sein wird, kann es Usern helfen, Transaktionen beispielsweise nur dann zu akzeptieren, wenn sie von einem identifizierten Pool verarbeitet wurden. Es könnte auch Versprechungen von Minern, beispielsweise Double Spends von unbestätigten Transaktionen zu blocken, mehr Gewicht verleihen.

TAAL erklärt, dass mit dem Versickern der “statischen Block Reward Subvention” die Miner spezialisierte Dienstleistungen anbieten werden müssen, um neue Einnahmen zu generieren. Solche Arten von Spezialisierungen werden von Miner ID unterstützt.

 

Koalament: Universelle Kommentare für alles

Jede Woche gibt es neue Apps für BSV, und wir wählen eine oder mehrere davon aus, um sie vorzustellen. Diese Woche ist das Koalament, ein noch sehr am Anfang stehender “Open Source Kommentar-Service, der die BitCoin-Blockchain benutzt, um Daten zu speichern.”

Mit einer Browser-App – die es derzeit nur zum Selbstinstallieren für Chrome gibt – können User Datentransaktionen schreiben, die einen Kommentar mit beispielsweise einer URL oder einem Hashtag verbinden. Anschließend kann man mit einem Plugin oder jeder beliebigen anderen Anwendung, die die Blockchain auslesen kann, sehen, welche Kommentare es für eine URL gibt, beispielsweise für ein Amazon-Produkt oder ein Blogpost. Darüber hinaus kann man auch die Kommentare selbst kommentieren oder bewerten.

Die App ist wie gesagt noch sehr am Anfang und schwer zu benutzen. Sie verspricht aber, auf Basis der BSV-Blockchain eine universelle Schicht für Kommentare zu schaffen. An sich spricht nicht viel dagegen, dass beispielsweise ein Blog-System ebenfalls die Daten von Koalament übernimmt und in den eigenen Kommentaren anzeigt. Damit könnte Bitcoin SV in Konkurrenz zu den öffentlichen Kommentaren von Google treten.

 

BLARE: Eine Plattform für Musik und Videos

Über BLARE ist noch nicht sehr viel bekannt. Die App lädt User ein, sich für die im Juni beginnende Beta zu registrieren. Was wir aber bisher sehen, macht schon mal Appetit.

BLARE ist, so die Webseite, “eine innovative, produzenten-zentriere soziale Plattform für Künstler und Content-Produzenten, die dort ihren exklusiven digitalen Content (Musik, Videos, etc.) hochladen, veröffentlichen, verteilen, bepreisen und verkaufen können.”

Laut einem auf der Webseite vorgestellten Werbevideo tritt BLARE an, die Musik-Industrie von dem Leid zu erlösen, das durch die Überzahl der Mittelsmänner entsteht. Wie das genau funktionieren soll, verrät das Video allerdings nicht.

 

NiceHash delisted Bitcoin SV

NiceHash, ein Marktplatz für Mining-Hashes, wird Bitcoin SV von der Plattform entfernen. Die Seite kündigt an, am 4. Februar alle Order in Zusammenhang zu BSV abzubrechen und Einzahlungen zu stoppen. Auszahlungen dagegen sollen bis zum 15. März erlaubt bleiben.

Gründe für den Schritt nennt NiceHash nicht. Aufgrund der knapp gehaltenen Pressemitteilung könnte man annehmen, dass es nicht aufgrund der Imagepflege passiert. Möglicherweise fürchtet NiceHash, dass die hohe Kapazität und starke Nutzung der BSV-Blockchain nach dem Genesis-Upgrade die Server zu sehr belastet.

Ob dies ein Verlust für Bitcoin SV ist, ist fraglich. NiceHash stand als Marktplatz für Mining-Hashes schon oft im Verdacht, die Hashrate für betrügerische 51-Prozent-Angriffe – mutwillig oder unwissend – zur Verfügung gestellt zu haben. Der NiceHash-Gründer wird seit Mitte vergangenen Jahres von der US-Polizei gesucht und wurde im Oktober in Deutschland verhaftet. Ihm werden eine Reihe von Verbrechen in Zusammenhang mit Kreditkartenbetrug und Identitätsdiebstahl vorgeworfen. Er soll ferner der ehemalige Administrator eines Darknet-Hacking-Forums gewesen sein und Botnetzwerke betrieben haben.

——— SAVE THE DATE ———

FIAT LUX @ B2029


4. Februar: Genesis Upgrade Party
13. Februar: Metanet Techtalk #4
24.–27. Februar: Bitcoin SV Coworking Days
28. Februar – 1. März: Hello Metanet-Workshop #3

Mehr infos zu allen Events auf B2029.org/events

 

——— ANZEIGE ———
Twetch brings data ownership, accountability and profit for content creators to the online experience. Powered by Bitcoin.
Sign up for the private beta at Twetch.com

DM us @twetchapp your moneybutton-id with the keyword “MetanetWeekly” to skip the line

Das war MW 2020/04, der zwölfte MetanetWeekly-Newsletter bei Blockhöhe #620184.

Danke an Twetch für die Unterstützung von MetanetWeekly.de

 


No registration. No subscription. Just one swipe.