Laxo: Die erste Wallet mit Threshold-Signaturen

Mit dem Genesis-Upgrade am 3. Februar wird Pay to ScriptHash (P2SH) auslaufen. Damit fällt auch die für Bitcoin bisher am häufigsten gebrauchte Möglichkeit weg, Adressen zu bilden, die die darauf verbuchten Coins nur auszahlen, wenn mehrere Parteien zustimmen: die sogenannten “Multisig-Adressen”.

Dieser Teil des Genesis-Upgrades beruht zwar durchaus auf guten Gründen, wie Jerry Chan auf CoinGeek darlegt, ist möglicherweise aber am schwierigsten zu handhaben, da er für viele Unternehmen bedeutet, dass ihr mühsam aufgebaute Plattform nicht mehr funktioniert. Sowohl der Infrastruktur-Wallet-Provider BitGo als auch die australische Börse Living Room of Satoshi sind betroffen.

Während nChain mit dem SDK Nakasendo eine Software liefert, die das klassische Multisig durch Threshold-Signaturen (Schwellen-Signaturen) ersetzt und Electrum SV daran arbeitet, wieder das usprüngliche “Bare Multisig” zu aktivieren, hat Laxo.io nun eine Wallet mit Threshold Signaturen veröffentlicht, bisher lediglich für iOS und Windows. Der Wettbewerb im BSV-Ökosystem ist hart, und davor ist auch nChain nicht gefeit.

Nach unseren ersten Tests ist die Wallet noch sehr beta, und wir würden zu diesem Zeitpunkt nur erfahrenen Usern raten, sie zu benutzen. Aber da das Produkt von den Machern von Bitmesh das erste ist, das den Weg zu einem neuen Multisig bahnt, verdient die Methode es, genauer vorgestellt zu werden.

Laxo verwendet eine Technologie für Threshold-Signaturen mit einem vertrauenslosen Setup, die in einem Paper beschrieben wurde. Im Standardverfahren gibt es ein 2/3-Setup, was bedeutet, dass eine Transaktion von zwei von drei Parteien signiert und von einem von mehreren “Trusthold-Members” bestätigt werden muss.

Einer der Trustholder ist Laxo, aber die Wallet wird weitere, unabhängige Vertrauensmänner einführen. User können auch einen eigenen Trustholder auswählen. Die technische Basis der Threshold-Signaturen ist Shamirs Secret Sharing, eine Technologie, die schon vor Jahrzehnten erfunden wurde, um Geheimnisse zu teilen. Der private Schlüssel wird dabei von mehreren Parteien geteilt, und eine bestimmte, vorher definierte Anzahl von ihnen ist notwendig, um ihn zu rekonstruieren. Die Neuheit des von Laxo verwendeten Verfahrens ist dabei vor allem, dass es eine Möglichkeit gibt, den Schlüssel zu teilen, ohne dass dabei einem zentralen Mittelsmann zu vertrauen ist.

Ob sich diese Methode für Multisigs durchsetzen wird, ist natürlich jetzt noch nicht zu sagen. Die Abschaffung von P2SH hat einen gewissen Innovationsdruck ausgelöst. Während es zunächst ein Rückschritt sein wird, hoffen wir, dass sich mittelfristig eine Lösung etabliert, die sicherer, stabiler, transparenter und, vor allem, nutzerfreundlicher ist als P2SH.

https://laxo.io

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