2020/3: Vorfreude auf CoinGeek, Schwellensignaturen und Multisends

Herzlich willkommen zum dritten MetanetWeekly-Newsletters in diesem Jahr. Heute freuen wir uns auf die bald anstehende CoinGeek-Konferenz, werfen einen Blick auf die erste Wallet, die Threshold-Signaturen benutzt und schauen über den Tellerrand zu Bitcoin Cash.

  1. Die große Messe des BSV-Ökosystems
  2. Beinah 400 BSV-Projekte
  3. Laxo: Die erste Wallet mit Threshold-Signaturen
  4. Handcash führt Multisend ein
  5. Bitcoin Cash besteuert Mining-Einnahmen

Die große Messe des BSV-Ökosystems

Wie alle im BSV-Ökosystem freuen wir uns auf die CoinGeek-Konferenz, die am 20. und 21. Februar in London stattfindet. Mittlerweile ist die Liste der Sprecher nahezu vollständig, weshalb wir darüber berichten können, was euch auf der Konferenz erwartet.

Man findet unter den Sprechern die üblichen Verdächtigen. Craig Wright wird zwei Präsentation geben, eine darüber, wie man Bitcoin richtig versteht, und eine, wie man mit Bitcoin ein besseres Internet bildet. Wie immer ist von Craig nichts anderes zu erwarten als spektakuläre und mitreissende Vorträge.

Seine Firma, nChain, die die BitCoin-Node-Software entwickelt, ist ebenfalls stark vertreten: Daniel Conolly, der Leitentwickler des Bitcoin-SV-Node-Projekts wird über Genesis und das Teranode-Projekt reden, Steve Shadders, CTO von nChain, wird über Echtzeit- und P2P-Transaktionen referieren, und CEO David Washburn darüber, wie Unternehmen BSV nutzen können.

Die meisten etablierten Unternehmer im BSV-Ökosystem werden ebenfalls auf der Bühne stehen: Ryan X. Charles von MoneyButton, Alex Agut von Handcash, Lorien Gamaroff von CentBee, Jack Liu von RelayX und FloatSV, Michael Hudson von BitStocks, Lin Zheming von MemPool. Daneben finden auch neue Startups ihren Weg auf die Agenda: Tokenized mit James Belding, Run mit Brendon Gunning, Planaria Corp mit Sean Polluck, sCrypt mit Xiahui Liu, Kronoverse mit Adam Kling, Codugh mit Shashank Singhal, Twetch mit Josh Petty und viele weitere. Die CoinGeek wird zur Ausstellung eines rasant wachsenden Ökosystems.

Wie immer gelingt es der Konferenz, auch einige Sprecher anzuziehen, die (noch) nicht direkt Teil des Bitcoin-SV-Ökosystems sind. Am prominentesten dürfte hier der Ökonom George Gilder sein; bedeutend sind auch Thomas J. Lee von Fundstrat, Thomas Moser von der Schweizer Nationalbank, der Finanzkryptograph Ian Grigg und andere. Sie alle demonstrieren, wie weit die Anziehungskraft von Bitcoin SV über das Ökosystem hinaus strahlt.

Wer sich für BSV interessiert, sollte sich die CoinGeek nicht entgehen lassen. Bis zum 1. Februar gilt noch der reduzierte Tarif für Tickets: 200 Pfund für Zahlungen mit Fiat, 160 Pfund für Zahlungen mit Bitcoin SV. Wer mit unserem Rabatt-Code BASA30 bucht, erhält zudem eine weitere Ermäßigung von 30 Prozent.

Beinah 400 BSV-Projekte

Wer es nicht zur CoinGeek schafft, aber sich dennoch einen Überblick über das BSV-Ökosystem verschaffen möchte, dürfte von einem Schaubild profitieren, das die Glücksspielseite peergame.com monatlich aktualisiert:

Quelle: https://twitter.com/PeergameCom/

Das Schaubild zeigt 295 Services, 73 Infrastruktur-Projekte und 26 “Protokoll-Schichten”. Auch wenn es denkbar ist, dass viele der Projekte verwaist sind, von Freizeit-Hobby-Entwicklern gemacht werden und dass einige Individuen – sagen wir, Unwriter – nicht nur hinter ein oder zwei, sondern hinter zahlreichen Projekten stehen, bleibt die Anzahl beeindruckend. Sie zeigt, wie viele Entwickler und Unternehmer von Bitcoin SV angezogen werden, um auf dieser Basis ihre Pläne zu verwirklichen. Und vielleicht befinden sich in diesem Schaubild auch das eine oder andere zukünftige Einhorn-Startup.

Es sind in jedem Fall mehr Projekte, als wir von MetanetWeekly im Auge behalten können. Wir versuchen aber, euch über die wichtigsten auf dem Laufenden zu halten.

Laxo: Die erste Wallet mit Threshold-Signaturen

Mit dem Genesis-Upgrade am 3. Februar wird Pay to ScriptHash (P2SH) auslaufen. Damit fällt auch die für Bitcoin bisher am häufigsten gebrauchte Möglichkeit weg, Adressen zu bilden, die die darauf verbuchten Coins nur auszahlen, wenn mehrere Parteien zustimmen: die sogenannten “Multisig-Adressen”.

Dieser Teil des Genesis-Upgrades beruht zwar durchaus auf guten Gründen, wie Jerry Chan auf CoinGeek darlegt, ist möglicherweise aber am schwierigsten zu handhaben, da er für viele Unternehmen bedeutet, dass ihr mühsam aufgebaute Plattform nicht mehr funktioniert. Sowohl der Infrastruktur-Wallet-Provider BitGo als auch die australische Börse Living Room of Satoshi sind betroffen.

Während nChain mit dem SDK Nakasendo eine Software liefert, die das klassische Multisig durch Threshold-Signaturen (Schwellen-Signaturen) ersetzt und Electrum SV daran arbeitet, wieder das usprüngliche “Bare Multisig” zu aktivieren, hat Laxo.io nun eine Wallet mit Threshold Signaturen veröffentlicht, bisher lediglich für iOS und Windows. Der Wettbewerb im BSV-Ökosystem ist hart, und davor ist auch nChain nicht gefeit.

Nach unseren ersten Tests ist die Wallet noch sehr beta, und wir würden zu diesem Zeitpunkt nur erfahrenen Usern raten, sie zu benutzen. Aber da das Produkt von den Machern von Bitmesh das erste ist, das den Weg zu einem neuen Multisig bahnt, verdient die Methode es, genauer vorgestellt zu werden.

Laxo verwendet eine Technologie für Threshold-Signaturen mit einem vertrauenslosen Setup, die in einem Paper beschrieben wurde. Im Standardverfahren gibt es ein 2/3-Setup, was bedeutet, dass eine Transaktion von zwei von drei Parteien signiert und von einem von mehreren “Trusthold-Members” bestätigt werden muss.

Einer der Trustholder ist Laxo, aber die Wallet wird weitere, unabhängige Vertrauensmänner einführen. User können auch einen eigenen Trustholder auswählen. Die technische Basis der Threshold-Signaturen ist Shamirs Secret Sharing, eine Technologie, die schon vor Jahrzehnten erfunden wurde, um Geheimnisse zu teilen. Der private Schlüssel wird dabei von mehreren Parteien geteilt, und eine bestimmte, vorher definierte Anzahl von ihnen ist notwendig, um ihn zu rekonstruieren. Die Neuheit des von Laxo verwendeten Verfahrens ist dabei vor allem, dass es eine Möglichkeit gibt, den Schlüssel zu teilen, ohne dass dabei einem zentralen Mittelsmann zu vertrauen ist.

Ob sich diese Methode für Multisigs durchsetzen wird, ist natürlich jetzt noch nicht zu sagen. Die Abschaffung von P2SH hat einen gewissen Innovationsdruck ausgelöst. Während es zunächst ein Rückschritt sein wird, hoffen wir, dass sich mittelfristig eine Lösung etabliert, die sicherer, stabiler, transparenter und, vor allem, nutzerfreundlicher ist als P2SH.

Handcash führt Multisend ein

Die Smartphone-Wallet Handcash ist eine der benutzerfreundlichsten – wenn nicht DIE benutzerfreundlichste – Wallet für Kryptowährungen.

Nun führt Handcash ein spannendes Feature ein: Man kann eine Zahlung an bis zu 200 seiner Kontakte senden. In den sozialen Medien haben zahlreiche Personen bereits Massen-Multisends vorgeführt, bei denen jeder, der sein Handcash-Handle gepostet hat, zum Teil einer Zahlung wurde.

Bitcoin Cash besteuert Mining-Einnahmen

Eigentlich geht es in diesem Newsletter um Bitcoin SV (BSV), und nicht um Bitcoin Cash (BCH). Aber diesmal werden wir eine Ausnahme machen.

Eine kurze Auffrischung der Erinnerung: Nachdem die ABC – bzw. BCH-Entwickler im November 2018 kontroverse Features eingeführt haben, die nicht Teil der Roadmap waren, hat sich BSV von BCH angespalten. Seitdem herrscht ein leiser oder lauter Krieg zwischen den beiden Big Block Bitcoins, der in den sozialen Medien zwar tobt, aber, wie wir auf unseren Berliner Meetups erfahren haben, in der Wirklichkeit oft viel weniger erbittert ist. Wir zumindest verstehen uns weiterhin prächtig mit der Berliner Bitcoin Cash Szene.

Nun führt ein Vorstoß der vor allem chinesischen Bitcoin-Cash-Miner erneut vor Augen, dass es die richtige Entscheidung war, auf Bitcoin SV zu setzen. Die wichtigsten Bitcoin-Cash-Miner haben angekündigt, ab Mai 12,5 Prozent der Mining-Erträge an eine Firma in Hongkong abzugeben, die damit die Protokoll-Entwicklung von Bitcoin Cash finanziert. Diese Steuer soll nicht Teil des Protokolls werden, doch um sie durchzusetzen, haben die Miner vor, die Blöcke aller steuerverweigernden Miner verwaisen zu lassen.

Die dahinterstehende Mechanik ist interessant. Weil sich die Schwierigkeit der drei Bitcoins – die alle mit dem gleichen Algorithmus bemined werden – fortlaufend anpasst, bezahlen nämlich nicht allein die BCH-Miner diese Steuer, sondern alle Miner von BTC, BCH und BSV. Allerdings wird dies die Sicherheit von Bitcoin Cash deutlich beeinträchtigen und womöglich neue Angriffe einführen.

In der Bitcoin-Cash-Szene stößt der Vorstoß auf teils verheerende Kritik. Amaury Sechet, selbsternannter “wohlmeinender Diktator” von Bitcoin Cash und Leitentwickler von ABC, begrüßt ihn jedoch. Nach einigen mentalen Verrenkungen, warum die Steuer keine Steuer ist, schlägt er vor, dass die Einnahmen durch sie nicht durch eine Firma der Miner verwaltet werden, sondern durch Mitglieder der Community, die sich das Vertrauen verdient haben. Konkret meint er, dass er sowie zwei seiner engsten Verbündeten die Kontrolle über den Entwickler-Fund haben sollten.

Wir lassen das mal so stehen und wünschen allen Lesern alles Beste.

——— SAVE THE DATE ———

Kalender: 4 Events stehen im Februar bei B2029 in Berlin an:

4. Februar: Genesis Upgrade Party
13. Februar: Metanet Techtalk #4
24.–27. Februar: Bitcoin SV Coworking Days
28. Februar – 1. März: Hello Metanet-Workshop #3

Mehr infos zu allen Events auf B2029.org/events

 

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Das war MW 2020/03, der elfte MetanetWeekly-Newsletter bei Blockhöhe #619148.

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