2020/2: Schlafmasken im Zweispace

Herzlich willkommen zum zweiten Metanetweekly-Newsletter 2020. Diesmal geht es um den anstehenden “Hello Metanet Workshop”, das ebenfalls anstehende Genesis-Upgrade und die Aktivitäten der japanischen Firma Zweispace. Außerdem reden wir natürlich noch über den erfreulichen Kursverlauf von Bitcoin SV – und seine merkwürdige negative Korrelation zum Scharfsinn einiger Leute.

Inhalt:

  1. Hello Metanet! Workshop in Berlin
  2. Zweispace gibt bsv basierte Tokens für Immobilien heraus
  3. Unwriter veröffentlicht Bitsocket 2.0
  4. Genesis: Finale Spezifikation – Update-Party bei B2029
  5. Bitcoin SV verdreifacht Preis
  6. Die soziopsychologischen Folgen der Rally

Hello Metanet!

Bald ist es wieder so weit. Das schönste, wichtigste und gemütlichste Event der BSV-Szene in Deutschland, der Hello Metanet Workshop, geht in die dritte Runde. Vom 28. Februar bis zum 3. März treffen wir uns wieder in unserer Berliner Zentrale in der Prinzessinnenstraße, um gemeinsam über das Metanet zu reden, zu diskutieren und unsere Phantasie in den Code zu hacken.

Wie bei einem Barcamp kann auf dem Hello Metanet Workshop jeder machen, was er will. Es gibt aber auch einige Vorträge. So reisen etwa Brendan Lee von Faia und David Case von Kronoverse an, um ihre aktuellen Projekte vorzustellen. Daneben werden erneut Paul de Bruck und Christoph Bergmann einen Präsentation geben, während Adrian Jäger darüber erzählt, wie man mit runonbitcoin entwickelt.

Bei aller angebrachten Begeisterung für BSV und dem Metanet, bei all den hunderten von Themen, die wir uns erschließen wollen, und bei all den noch nicht begonnen Projekten, die in den Laptop müssen – Hello Metanet ist auch und vielleicht in erster Linie ein soziales Event. Wir wollen uns kennenlernen, vernetzen und die Zeit zusammen genießen. Daher startet der Workshop am Freitag-Abend mit einem Dinner im Max und Moritz und endet jeweils um 17 Uhr, um dann mit Musik und Bier bis in die Puppen wach zu bleiben.

Mehr Infos zum Hello Metanet Workshop einschließlich der Anmeldung findet ihr auf der Webseite von B2029.

Zweispace gibt bsv basierte Tokens für Immobilien heraus

Zweispace ist ein grosses Unternehmen im japanischen Immobilienmarkt. In der BSV-Welt kennt man dadurch, dass es Daten von Erdbebensensoren auf der Blockchain speichert, um es privaten Datenanalysten zu ermöglichen, Erdbeben und deren potentielle Schäden besser vorhersagen zu können.

Diese Woche kündigte Zweispace nun 2 gleich neue Vorhaben an:

  • Zum einen sollen Testament als Smart Contracts onchain gehen: Das Erbe wird mithilfe eine Anwalts oder Notars als Token implementiert und dann im Todesfall automatisch den Erben zugeteilt. Der Markt hierfür ist riesig: Japans ältere Bevölkerung hat ein geschätztes Vermögen von 13 Billionen US Dollar!
  • Ebenfalls Token sind Zweicoin und Zweinote, die beides etwas mit Immobilien zu tun haben. Zweicoin ist ein Utility Token, das bereits verkauft wird. Es erlaubt den Zugriff auf Apps rund um Immobilien sowie die Daten über Erdbeben, was für japanische Immobilienbesitzer gar nicht so unbedeutend sein dürfte. Zweinote dagegen ist ein Security Token, das echte Immobilien in Tokio repräsentieren soll. Es wurde bisher aber lediglich angekündigt.

Zweispace wird damit zu einem Vorreiter, das als eines der ersten Unternehmen Produkte auf den Markt bringt, die auf der BSV-Blockchain basieren. Insbesondere die Möglichkeit, Token zu bilden, scheint für Zweispace besonders interessant zu sein.

Unwriter veröffentlicht Bitsocket 2.0

Bitsocket ist wie ein Websocket für die Blockchain. Entwickler dürften wissen, was das bedeutet: Ein Werkzeug, dass es Webseiten ermöglicht, ihr Ohr direkt an eine Datenquelle zu halten.

Ein nettes Beispiel dafür ist Bitstagram: Die Webseite lauscht an der Blockchain nach Transaktionen, die Bilder enthalten. Sobald eine solche Transaktion auftaucht, liest Bitstagram sie aus.

Da Unwriter die erste Version von Bitsocket bereits im Oktober 2018 veröffentlicht hat, ist die Software nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand. Daher hat er nun Version 2.0 von Bitsocket herausgebracht. Ein ähnliches Update kündigt er auch für die anderen Tools seiner Produktpalette an, etwa Planaria. Dank der Finnazierung seiner Firma hat er nun die Ressourcen, um die Software-Entwicklung weiter zu professionalisieren.

Bei all diesen Updates geht es vor allem um eines: die Skalierbarkeit. Eine Blockchain wie BSV verlangt von ihren Werkzeugen, dass sie auch bei gigantischen Blockgrößen stabil und zu verlässig bleiben.

Womit wir schon beim nächsten Thema wären:

Genesis: Finale Spezifikation – Update-Party bei B2029

Genesis rückt näher. Das große Upgrade wird voraussichtlich am 4. Februar mit Block 620.538 aktiviert. Zur Übersicht: Heute, am Freitag, den 17. Januar um 13:06, hat der aktuellste Block die Nummer 618.025. Es müssen also noch rund 2.500 Blöcke auf die Kette fallen.

Genesis wird, wie bereits beschrieben, so gut wie alle Limits lösen, um die Macht des ursprünglichen Bitcoin-Protokolls zu entfessen. Geht es nach der in der Krypto-Sphäre weithin vorherrschenden Small-Block-Mentalität, ist dies reiner Selbstmord. Dementsprechend dürfte diese Mentalität wenn nicht widerlegt, so doch zumindest deutlich delegitimiert sein, wenn Bitcoin SV den Februar überlebt.

Wer mehr über das Genesis-Update erfahren möchte, kann die nun finalisierten Release-Notes lesen. Wer einen Bitcoin-SV-Node betreibt, sollte das Update unbedingt schon so früh wie möglich einspiele.

Wer dagegen dieses (hoffentlich) historische Ereignis einfach nur genießen möchte, kann am 4. Februar am 18:00 Uhr in die Berliner B2029-Zentrale am Moritzplatz kommen. Dort feiern wir nämlich die Genesis Upgrade Party.

Bitcoin SV verdreifacht Preis

Gewöhnlich schreiben wir hier nicht über Preise. Aber diesmal wollen wir es doch tun, weil es so viel Spaß gemacht hat, in der vergangenen Woche auf die Charts zu schauen.

Bitcoin SV ist, um es nüchtern auszudrücken, wie eine Rakete nach oben geschossen. Es begann damit, dass BSV den Binance Coin überholt hatte, was ein hintergründ-netter Startschuss war, weil Binance damals die erste Börse war, die Bitcoin SV aus “ethischen Gründen” vom Markt genommen hat. Danach ging es an EOS vorbei, dann an Litecoin, an den Tether-Dollar und schließlich auch an Bitcoin Cash, womit Bitcoin SV nach Ripple auf dem vierten Platz im Ranking der Kryptowährungen stand. Mittlerweile ist BSV allerdings wieder auf den fünften Platz zurückgefallen.

Dennoch hat sich der Preis von BSV innerhalb von kaum mehr als einer Woche von weniger als 100 auf mehr als 300 mehr als verdreifacht. Nicht, dass für uns Preise alles sind – aber wer würde sich darüber nicht freuen?

Die soziopsychologischen Folgen der Rally

Jede wirtschaftliche Disruption hat soziale Folgen, mal mehr, mal weniger. Der Kursanstieg von Bitcoin SV war, gesamtwirtschaftlich betrachtet, ein eher winziges Ereignis, das jedoch, soziopsychologisch, bei einigen Menschen erdbebenhafte Folgen zeitigte.

So konnte man in den sozialen Medien erleben, wie die BSV-Hater im Viereck zürnten. Alles nur Betrug, eine neue Finte von Craig Wright, Calvin Ayre manipuliert die Preise, und so weiter gingen die üblichen Verschwörungstheorien, die sich bei aller Vielschichtigkeit sämtliche bemühten, eine Erklärung für den Kursanstieg von BSV zu konstruieren, ohne dabei BSV auch nur anzuschauen. In gewisser Weise konnte man eine gespenstisch präzise negative Korrelation zwischen dem Scharfsinn vieler Personen und dem Preis von BSV beobachten.

Den Jackpot holte aber Ryan Selkis, ein ehemaliger Journalist, der sich eigentlich durch eine einigermaßen neutrale Berichterstattung für Coindesk verdient gemacht hat und nun als Mitbetreiber des Portals messari.io Anleger informiert.

Was er unter dem Titel “BSV und andere Lächerlichkeiten” von sich gegeben hat, könnte als brillante Parodie Sinn ergeben: Zu uninformativ für Journalismus, aber zu plump für Meinungsmache, wirkt der Text, als bringe Selkis einfach nur den Schaum, der ihm unkontrolliert aus dem Mund quillt, auf das Blog, und bilde sich ein, das wäre interessant.

“Ich kann es wortwörtlich nicht fassen, dass ich nun mehr als 140 Zeichen und auch noch einigermaßen ernsthaft über BSV schreibe”, wütet er sich warm. Der Preis sei um mehr als das dreifache gestiegen, daher muss er, leider leider, seinen Lesern “alles, was ihr wissen müsst” erklären. Die restlichen 3.500 Zeichen hämmern den bedauernswerten Lesern dann also alle notwendigen Infos über Bitcoin SV ein:

  • Craig Wright ist ein Lügner
  • Craig Wright ist nicht Satoshi
  • Craig Wright hat Beweise vor Gericht gefälscht
  • Craig Wright ist ein echt schlimmer Lügner
  • Craig Wright ist wirklich nicht Satoshi
  • Craig Wright hat Beweise vor Gericht gefälscht
  • Ryan Selkis ärgert sich, dass der BSV-Preis steigt
  • Ryan Selkis ärgert sich, dass er über BSV Craig Wright geschrieben hat

Wir können das ganz gut verstehen, auch wenn wir noch nicht vor Ärger schäumen. Schließlich können auch wir es wortwörtlich nicht fassen, dass wir jetzt mehr als 140 Zeichen damit vergeudet haben, einigermaßen ernsthaft über einen Artikel von Ryan Selkis zu schreiben.

Gibt es eine Lehre aus diesen merkwürdigen sozio-psychologischen Erschütterungen? Vermutlich schon. Nicht jeder muss Bitcoin SV mögen. Aber es ist ziemlich bescheuert, sich aus lauter Ärger über Craig Wright eine Schlafmaske aufzusetzen und dann zu meinen, man würde besonders scharf sehen.

 

——— SAVE THE DATE ———

Gleich vier Events stehen im Februar bei B2029 in Berlin an:

4. Februar: Genesis Upgrade Party
13. Februar: Metanet Techtalk #4
24.–27. Februar: Bitcoin SV Coworking Days
28. Februar – 1. März: Hello Metanet-Workshop #3

Mehr infos auf B2029.org/events

 

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Das war MW 2020/02, der zehnte MetanetWeekly-Newsletter. Danke an Twetch für die Unterstützung von MetanetWeekly.de