2019/8: Ein weiterer BSV-Miner, neue Software, und eine spezielle Methode, Geschichte in die Ewigkeit zu schreiben

Es werde Licht: Ein neuer Miner für BSV

Das Bitcoin-SV-Ökosystem hat einen neuen Miner: Nour Pool. Nour ist das arabische Wort für “Licht.”

Der Pool wurde im vergangenen August von Alan Fu, einem ehemaligen Datenwissenschaftler von Microsoft gegründet. Fu und seine Mitgründer teilen das Ideal, dass Bitcoin wachsen soll, indem Transaktion onchain skalieren. Diesem Ideal wollen sie durch den Mining-Pool helfen.

Seit 2017 haben Fu und seine Kollegen die langfristigen Anreize und Mechansimen von Kryptowährungen studiert. Dabei kamen sie zum Schluss, “dass alle Coins entweder durch kurzfristige Subventionen genährt werden, oder von Transaktionsgebühren leben, die durch die Skalierungsprobleme der unterliegenden Plattform massiv begrenzt werden.” Bitcoin SV, das mit dem baldigen Genesis-Update kein Blocksize-Limit mehr haben wird, erlaubt es, die Einnahmen der Miner durch Transaktionen zu skalieren. Davon sowie von dem stabilen Protokoll verspricht sich der Nour Pool eine langfristige Einnahmensicherheit.

In den ersten zwei Tagen nach der Inbetriebnahme hat der im chinesischen Shenzhen ansässige Pool 11 Block erzeugt. Die Operation sei bislang unproblematisch gewesen, aber Fu erwartet, dass es in der Zukunft eine Herausforderung wird, das wachsende Transaktionsvolumen von Bitcoin SV zu bewältigen. Die größte aktuelle Herausforderung ist jedoch die geringe Marktakzeptanz von Bitcoin SV, die etwa eine geringe Liquidität auf Börsen zur Folge hat. Außerdem fehlen einige Derivate-Produkte, wie es sie für BTC- oder ETH-Miner gibt, die diesen helfen, ihren Betrieb wirtschaftlich abzusichern oder die erzeugten Coins als Pfand für Dollar-Kredite zu hinterlegen.

Dennoch ist Fu optimistisch. Er erwartet, in den kommenden sechs Monaten massiv Hashpower anzuhäufen und im kommenden Jahr mehr als 10 Prozent der BSV-Hashrate zu stellen. Mit Nour-Pool wächst die Familie der BSV-treuen Miner. Während die anderen Bitcoins – BTC und BCH – aus dem gleichen Pool an Hashpower schöpfen, der nur die Blockchain bearbeitet, die in diesem Moment den meisten Profit macht, hat BSV mit CoinGeek, SVPool, MemPool, Sigma und nun auch Nour einige Pools, die exklusiv BSV minen, weil sie darin die Zukunft der Blockchain sehen.

Konkurrenz für Unwriter oder Ergänzung? Synfonaut veröffentlicht Hummingbird

Die Landschaft der Bitcoin-SV-Software ist in dieser Woche gewachsen. Der Entwickler Brad Jasper aka Syn-fo-naut hat in Hummingbird veröffentlicht. Der Name – zu Deutsch: Kolibri – spielt vermutlich darauf an, dass die Software so schnell ist.

Hummingbird, so die Dokumentation, “hilft dir dabei, Echtzeit-Anwendungen für Bitcoin zu bilden. Optimiert für Geschwindigkeit und Stabilität, übernimmt Hummingbird die tiefere Arbeit zwischen deiner App und Bitcoin.” Das JavaScript-Programm kommuniziert mit einem Full Node und sorgt dafür, dass das Programm von diesem rasch Anwendungsdaten erhält und den Mempool der unbestätigten Transaktionen in Echtzeit scannen soll, indem er diesen fortlaufend aktualisieren.

Damit tritt Hummingbird auch in Konkurrenz zu Unwriters BitDB- bzw. Planaria-Familie, die ebenfalls zwischen einer Anwendung und einem Full Node steht, um Daten zu synchronisieren. Allerdings dürfte der Begriff “Ergänzung” es besser treffen als “Konkurrenz”: Während Unwriters Planaria breiter aufgestellt ist und die Herkules-Arbeit übernimmt, die Daten von einer Blockchain in eine herkömmliche Datenbank zu migrieren, dürfte Hummingbird dabei helfen, Anwendungen zu beschleunigen, die einen schnellen Datentransfer vom Node benötigen und mit unbestätigten Transaktionen arbeiten.

Hummingbird entstand, wie so viele Infrastruktur-Werkzeuge, als ein Nebenprodukt von Jaspers Arbeit an bit.sv, einer Plattform, die Content-Produzenten dabei helfen soll, ihre Werke zu vermarkten.

Unwriter veröffentlicht BitPic: Dein ewiger Avatar auf der Blockchain

Vielleicht kennen Sie Gravatar. Das ist eine Plattform, bei der man ein Bild – einen Avatar – für seine digitale Identität hinterlegen kann. Diese wird dann mit der E-Mail-Adresse verbunden und von vielen Anwendungen automatisch geladen, sofern man sich mit der entsprechenden E-Mail-Adresse anmeldet.

Mit BitPic kann man nun einen Avatar auf die BSV-Blockchain laden und mit einer PayMail-Adresse verbinden. Webseiten und Anwendungen können dann, sobald sie eine PayMail-Adresse kennen, auf der Blockchain nach dem dazu passenden Avatar suchen. Um die Suche einfach zu machen, hat Unwriter einen auf BitPic spezialisierten Planaria-Node aufgesetzt, so dass man mit einer einfachen API-Anfrage nach dem Avatar suchen kann.

Für jeden, der BSV-Anwendungen bauen oder benutzen will, dürfte BitPic ein kleines, aber feines Detail hinzufügen und einfacher machen. Es ist ein Schritt hin zu einer digitalen, blockchain-basierten Identität – und ebenso ein Schritt hin zu einer weiteren Integration der verschiedenen Schichten der BSV-Apps. Unwriter setzt hier auf die größte Stärke der Daten auf der Blockchain – dass sie allem am selben Ort und gleichzeitig universell verfügbar sind.

Gravity von Bitstocks startet – aber nur für Briten

Bitstocks ist eines der Unternehmen, die bereits seit der Hardfork im November 2018, also der Geburtsstunde von Bitcoin SV, präsent waren. Das britische Unternehmen verspricht mit Gravity ein “Bitcoin SV Banking Ökosystem”, das eine einfache Methode liefern soll, um Bitcoin SV zu kaufen und zu verkaufen oder mit einer Kreditkarte zu verbinden.

Wie es aber oft so ist, wenn es ums Banking geht, dauern die Dinge länger als erwartet. So konnte Gravity erst jetzt, mehr als 13 Monate später, den Service für User öffnen. Bislang ist es auf der Plattform lediglich möglich, BSV zu kaufen oder zu verkaufen. Man kann die Coins auf einer von Bitstocks verwalteten Cold Wallets verwahren lassen, und man kann dadurch verdienen, dass man Freunde und Verwandte zu dem Service einlädt.

Für uns ist Gravity aber leider noch keine Option. Denn die Bitstocks akzeptiert nur Kunden aus Großbritannien. Schade. Aber vielleicht wird sich das in Zukunft ändern.

Eine Kreditkarte, die man mit Bitcoin SV aufladen könnte, wäre ein Wunschprodukt von uns. Die bisherigen Lösungen, etwa Wirex, Bitwala oder Trastra, funktionieren leider nur mit anderen Kryptowährungen. Die Blockade von Bitcoin SV durch einige Börsen sowie die Medienkampagnen zeigen hier eine unangenehme Wirkung, die die Akzeptanz von Bitcoin SV im Krypto-Ökosystem deutlich verlangsamt.

WeatherSV hat 20 Millionen Transaktionen verschickt, und Mempool würdigt dass mit einem Eintrag in der coinbase

Zum Abschluss haben wir noch eine etwas kuriose Neuigkeit, die uns vielleicht einen Ausblick gibt, wie Geschichtsschreibung in Zukunft funktionieren wird.

Daten in eine Transaktion zu schreiben, ist das eine. Die Daten sind da, vielleicht für immer, vielleicht verborgen und schwer zugänglich. Da sie irgendwo in der immer weiter wachsenden Blockchain stecken, könnte es schwierig werden, sie zu finden.

Ein prominenterer Platz in der Blockchain ist die Coinbase-Transaktion. Dies ist die erste Transaktion in jedem Block, und es hat bereits eine lange Tradition, dass Miner diese nutzen, um ein Tag zu hinterlegen. Die Daten in einer Coinbase-Transaktion werden für immer auffindbar und sichtbar bleiben. Anders als die normalen Blockchain-Daten kann nur derjenige eine solche Nachricht hinterlassen, der über genügend Hashpower verfügt, um einen Block zu bilden.

Lin Zheming, der Leiter von MemPool, hat dies spezielle Eigenschaft kürzlich genutzt, um ein besonderes Ereignis zu feiern: Weather SV, die beliebte Wetter-App, die Wetterdaten auf die BSV-Blockchain lädt, hat mittlerweile 20 Millionen Transaktionen versendet. MemPool, der Miningpool, der exklusiv die Weather-SV-Transaktionen zu einem Sonderpreis in die Blöcke bringt, hat diese Marke in einer Coinbase-Transaktion verewigt.

 

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Das war Kalenderwoche #50 und der 8. MetanetWeekly-Newsletter. Es ist der 3. Advent 2019 und die Blockhöhe ist sechshundertdreizehntausendundachtzig.

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