ElectrumSV wird P2SH-Transaktionen abschaffen

Roger Taylor von Electrum SV hat vor kurzem getwitter, was Electrum SV 1.2.5 ab dem 3. Februar 2020 nicht mehr in der Lage sein wird, P2SH-Transaktionen zu versenden.

Falls Sie nicht verstehen, was das bedeutet: Bitcoin-Transaktionen werden überwiegend entweder im P2PKH- oder P2SH-Format gebildet. P2PKH steht für “Pay-to-Public-Key-Hash”, was bedeutet, dass die Adresse eine Hash des öffentlichen Schlüssels ist, der vom privaten Schlüssel abgeleitet wird. Diese Adressen beginnen mit einer 1 und sind die typische Weise, um Bitcoins zu empfangen.

P2SH steht dagegen für “Pay-to-Script-Hash”. Dieses Verfahren ist komplexer. Man bezahlt hier nicht an eine Hash einer Adresse, sondern an die Hash eines Scripts. Um die Coins, die auf einer P2SH-Adresse liegen, auszugeben, muss der Sender das Script nachweisen, aus dem die Hash der Adresse gebildet wurde. P2SH-Adressen beginnen mit einer 3 und werden bei Bitcoin (BTC) entweder für Multisig- oder SegWit-Adressen gebildet. Entwickelt wurden sie etwa 2012 von vor allem Gavin Andresen und Luke Dashjr.

Die Roadmap von Bitcoin SV besagt nun, dass mit dem Genesis-Update P2SH abgeschafft werden soll. Zwar werden die Bitcoins, die auf P2SH-Adressen liegen, weiterhin ausgebbar sein, aber die Miner sollen keine Transaktionen auf P2SH-Adressen mehr zulassen.

Der Grund dafür ist in einem Post von Craig Wright zu finden. Diesem zufolge sind die beiden “schlimmsten Ideen (Krebsgeschwüre), die Bitcoin infiziert haben, Soft Forks und P2SH”. Warum genau Craig so gegen P2SH ist, erfährt man in verschiedenen Blogposts von ihm. So meint er, P2SH erlaube es, die Konsens-Regeln schleichend zu ändern, indem  man – wie es beispielsweise bei SegWit geschah – durch eine Softfork neue Konsensregeln in das Skript hinter der Hash einwanzt. “Es hilft (wie wir bei Core gesehen haben), eine Strategie von Softforks und verborgenen Transaktionsregeln auszuführen.” Denn die Skripte, die Coins in einer P2SH-Adresse ausgeben können, sind nicht sichtbar; das System von Bitcoin baut aber darauf, dass alle Regeln transparent und validierbar sind. “Daher können mit P2SH einfach Transaktionen, die nicht gültig sind, in die Blockchain eingeführt werden. Noch wichtiger, Transaktionen, die gültig sind, können dadurch ungültig gemacht werden.”

Ab Februar, wenn das Genesis-Update ansteht, werden P2SH-Transaktionen für Bitcoin SV also der Vergangenheit angehören.